Einleitung

Der aktive Bergbau im Siegerland ist in den 1960er Jahren zu Ende gegangen. Mit den letzten Zeugen dieser Epoche verschwindet auch die Akzeptanz für die wenigen, noch erhaltenen Relikte der Montanindustrie. Die kollektive Erinnerung der heute lebenden Generation reduziert sich allenfalls auf die industrielle Zeit des Bergbaus mit seinen Fördertürmen und Hochöfen. Die Bergbaugeschichte des Siegerlandes ist jedoch mehr als 2500 Jahre alt und diese lange Zeitspanne hat eine einzigartige Kulturlandschaft geschaffen.

Mit dem fehlenden Bewusstsein für die Spuren des Altbergbaus werden diese leider immer häufiger leichtfertig und unwiederbringlich zerstört. So sind heute nur noch wenige Gebiete vorhanden, in denen sich der Bergbau lückenlos von den ersten Anfängen bis zum Ende nachvollziehen lässt. Wir müssen in der Bevölkerung eine Akzeptanz für diese bedeutenden Relikte schaffen, denn sie gehören zu unserer kulturellen Identität und sie stellen ein außerordentlich wichtiges Stück mitteleuropäischer Industriegeschichte dar.

Im Folgenden wird am Beispiel der Anlagen der Grube Guldenhardt gezeigt, dass die Relikte des alten Bergbaus eine großartige Bereicherung unserer Landschaft darstellen. Mit verhältnismäßig geringem Aufwand können diese Relikte erhalten und zur Schau gestellt werden. Sie bieten spannende Attraktionen und regen zum Nachdenken über unsere Vergangenheit an.